College Start, Auto

Seit meinem letzten Eintrag ist wieder viel passiert:

Das College hat  angefangen und ich habe in der drop-add Phase noch schnell einen Kurs gewechselt; ich habe jetzt Photography anstatt Microeconomics und bin darüber sehr glücklich. Wir werden mit einer analogen Kamera Fotos machen und diese dann im Labor selber entwickeln. Ich hoffe ich lerne in dem Kurs, wie man richtig schöne Bilder macht und am Ende einen Blick dafür habe, wie ich was einstellen oder halten … muss. Desweiteren habe ich mich im College dem Internationalen Club und dem Wander Club angeschlossen und suche noch nach einem Mannschaftssport.

Das College hat eine App für die Gemeinschaft der Studenten und Angestellten. In der App kann man etwas posten, etwas verkaufen oder einen Verlust posten. Außerdem meldet man sich über die App  in den Clubs an und kommuniziert über diese z.B. wann der Internationale Club sich trifft, Events werden angeszeigt, Campus Map etc.

Als Highlight zum Semesteranfang hatte das College für uns Studenten am zweiten Tag Boxautos und eine Hüpfburg gebucht, was wir begeistert zwischen den Kursen ausprobiert hatten. Paar Tage später gab es dann am College Mittagsessen für alle umsonst als Willkommensgruß.

Ich finde das College gibt sich sehr viel Mühe, dass jeder sich wohl fühlt. Besonders für uns International Studenten werden noch zusätzlich viele andere Events angeboten, von denen ich immer wieder berichten werde, z.B. dieses Wochenende hatten wir uns zum Downtown Getdown Tag getroffen und die College Koordinatorin hat uns danach noch Utica gezeigt. Nächstes Wochenende geht es zu den Niagara Fällen auf der amerikanischen Seite und nach Buffalo.

Ich habe jetzt schon zwei Wochen College und ich finde es schwierig Freunde zu finden, die keine Internationale Studenten sind. Das liegt auch daran, dass immer direkt nach Unterrichtsschluss jeder aus der Klasse stürmt, als wäre man auf der Flucht und man sich nicht innerhalb der Klasse unterhalten kann. Deshalb denke ich, durch Team bildende Clubs wird es einfacher, neue Leute kennenzulernen.

Die amerikanische Organisation hat uns gebeten, für das Programm Werbung zu machen. Ich habe das ganze College jetzt mit den zugeschickten Plakaten zugepflastert und werde noch in zwei Klassen das Programm vorstellen. Ich habe sogar schon drei  Interessenten gewonnen. ☺

Vor zwei Wochen wurde mir meine Virtual Exchange Partnerin mitgeteilt. Sie kommt in den USA aus Harrisburg, Virginia und ist in Deutschland in Leipzig platziert. Wir haben unser Thema zwar noch nicht erhalten, das wir während des Jahres bearbeiten müssen, aber wir schreiben schon kräftig hin und her und lernen uns etwas kennen.

Endlich habe ich ein Auto gefunden! Es ist ein 2006 Chevy Cobalt in Silber. Dadurch, dass ich jetzt abends meinen Photgraphy Kurs habe, wurde es sehr dringend, so habe ich das zweite, das ich Probe gefahren habe gekauft. Es fährt sich super, aber überrascht mich immer wieder mit neuen Details. Hoffe die Aufregung wird sich noch legen.

Das Registrieren meines Autos beim DMV (Departement of Motor Vehicles) war sehr nerven aufreibend. Als erstes hat meine Versicherung etwas falsch gemacht, dann muss man sich im Staat New York 6 mal identifizieren, dass man es auch wirklich ist, aber dadurch, dass auf manchen Dokumenten wie Bankkarte, Studentenausweis … nicht mein 2. Vorname darauf steht, fehlten mir Dokumente. Also nach langem hin und her schickten sie mich zur nächsten Schlange, die das nochmal kontrollieren und dann alles abwickeln sollen. Aber da im DMV jeder etwas anders macht oder meint, es wäre anders richtig, waren hier meine Papiere natürlich auch nicht komplett. Auf jedenfall bin ich nach über 2,5 h genervt aber erfolgreich mit meinen Kennzeichen da raus und  konnte dann mein Auto abholen. Der Händler und meine Gastfamilie meinten, New York ist der schlimmste Staat, wenn man ein Auto anmelden möchte. Uns Deutschen wird ja immer nachgesagt, wir hätten eine Bürokratie, aber nachdem ich beim DMV war, würde ich sagen, die Amerikaner toppen alles.

Ich glaube, ich habe es bisher noch nicht erzählt, aber meine Gastfamilie geht jeden Sonntag in die Methodistische Kirche. Es ist meine Entscheidung, ob ich mitgehe oder nicht. Bis jetzt war ich immer dabei, weil ich denke, das ist eine Möglichkeit, mich in die Gemeinschaft oder Community zu integrieren. Ich finde, es gibt sehr viele Unterschiede im Verhältnis zu Deutschland. Zum einen wird jeder am Anfang, wenn er reinkommt, begrüßt und die Kinder können sich eine vorbereitete Tasche zum Malen abholen. Dann spielt, bevor die Messe beginnt, immer eine Band mit modernen kirchlichen Liedern, danach werden Termine oder Wünsche der Gemeinde besprochen und jeder kann sich dazu äußern. Anschließend dürfen die Kinder nach vorne und der Pastor bespricht mit den Kindern ein Thema z.B. den Hurrikan. Danach kommt eine kurze Predigt und es wird viel gesungen. Die Kommunion ist auch anders! Als Brot, was ich als Hostie kenne, brechen sie ein Stück vom Baguette ab und jeder bekommt als „Wein“ Saft im Schnapsglas. Am Schluss beim Verlassen der Kirche wird jeder persönlich vom Pastor oder anderen Kirchenmitgliedern verabschiedet und es gibt Kaffee, Wasser, Kuchen, Cookies, damit die Gemeinschaft gefördert wird. Jack mein Gastbruder und ich lieben die Cookies am Ende. Ich finde, es ist hier eine bessere Gemeinschaft als in deutschen Kirchen, aber hier lebt der Pastor von Spenden und muss daher auch mehr danach schauen, dass die Leute in die Kirche kommen und sich in der Gemeinschaft wohlfühlen.

Ich habe diesen Monat auch gelernt, dass man hier in den USA immer alle Nachrichten von allen Sendern schauen muss, weil die sehr parteiorientiert arbeiten und man immer wissen muss, was die anderen hören, um mitreden zu können. Am neutralsten ist laut meiner Gastfamilie CNN, aber trotzdem sind sie auch nicht ganz neutral. Auch interessant ist, dass hier nichts über die anstehende Wahl und den Wahlkampf in Deutschland berichtet wird.

Des Weiteren finde ich ganz lustig, dass wenn man hier Sport anschauen will kann man zwischen High-School Liga, College Liga oder Profi Liga wählen. In Deutschland würde man nie irgendwelche Dorfklubs im Fernsehen sehen.

Wenn ich gerade beim Sport bin, mein kleiner Gastbruder (5 Jahre) spielt Football bzw. in dem Alter ist es Flag Football und voll süß. Sie laufen erst mal ein, wenn ihr Name genannt wird. Danach wird die Nationalhymne gespielt und es gibt Cheerleader, die die Mannschaft vom Rand anfeuern bzw. ihre Tänze vorführen.

Liebe Grüße

Katharina

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.