Dezember, Veränderungen aus dem Januar, Februar

Was im Dezember passiert ist? Die Finals wurden geschrieben und damit wurde das College beendet. Wir internationalen Studenten hatten am College noch eine Abschlussparty, wo wir Spiele gespielt hatten. Die meisten internationalen Studenten fahren in der collegefreien Zeit in ihre Heimatländer zurück.

Dann hatte mein Gastbruder noch Geburtstag. Meine Gastfamilie hatte ein paar Freunde zum Trampolin Park eingeladen, mich natürlich nicht. Das hat mich sehr enttäuscht, weil ich mich mit ihm sehr gut verstehe, aber zu unserem „Familienleben“ passt. (S.u.)

Danach stand Weihnachten vor der Tür. Am 24. hat meine Gastfamilie wie jeden Tag ihre Cartoons geschaut und abends gab es Nudeln und Tomatensoße. Da meine Gastfamilie morgens irgendwie verschwunden war, war ich sehr enttäuscht und habe auch so ausgesehen. Deshalb wurde eine Ausnahme gemacht und ich wurde gefragt, ob ich abends mit in die Kirche gehen möchte. Also waren wir alle abends zusammen in der Kirche und danach ist jeder seiner Wege gegangen. Am nächsten Tag 25. ist meine Gastfamilie sehr früh aufgestanden und hat die Geschenke ausgepackt und ich kam dann gegen 8 h dazu und die Prozedur war vorüber. Wir haben dann alle zusammen gefrühstückt mit Rührei, Bacon, French Toast, Sausages. Der restliche Tag wurde mit Cartoons schauen verbracht. Ich habe mich gewundert, dass anscheinend Amerikaner nichts an Weihnachten zusammen als Familie machen, es ein ganz normaler Tag ist wie jeder andere. Ich habe das Besondere und Feierliche, das ich zuhause gewohnt bin, vermisst. Eben eine andere Art Weihnachten.

Des Weiteren ging die Jobsuche weiter und ich hatte mehrere Vorstellungsgespräche. Bei manchen Firmen muss man persönlich vorbeigehen und einen Fragebogen ausfüllen, andere wollen es online haben. Aber bei beiden Varianten muss man mehrmals anrufen und den Status nachfragen. Ich habe mich auf ausgeschriebene Positionen und Initiativ beworben und irgendwie kam nie etwas bei den Anrufen heraus. Die Personen sagen dann immer sie melden sich und dann rufen sie nie an. Selbst für einen Pizzeria Job oder Hostess Job machen sie einen großen Wirbel mit 2 Vorstellungsgesprächen. Ich mache mich etwas lustig darüber, weil für meinen Job in Deutschland, der anspruchsvoller war, nicht so einen großen Wirbel gemacht wird. Ich habe jetzt einen Hostess Job bei dem Restaurant Applebee’s für den Anfang. Mein erster Arbeitstag war ein Orientation Seminar, da wurde uns etwas über das Restaurant erzählt, Arbeitssicherheit und eine Führung durch die Räumlichkeiten. Dann kam die erste Schicht und dort musste ich erstmal durch ein Training gehen. Mit mir haben 3 weitere Hostess angefangen und uns wurde ein Tablet in die Hand gedrückt, wo wir uns Videos anschauen und etwas durchlesen mussten zum Thema Hostess Job und dann Fragen beantworten. Auch dieser Job ist eine Erfahrung wert.

Die nächste Neuigkeit: Ich habe meine Gastfamilie gewechselt. Sie besteht aus Kyle Professor am College, Chelsea Managerin, Gastbrüder Ian 2 Jahre und die Zwillinge 12 Jahre Elliot und Aiden, die jedes zweite Wochenende auf Vaterbesuch kommen. Ich verstehe mich mit ihnen gut und wir haben auch schon einen Ausflug nach Syracuse und zu den Wasserfällen vom Nachbarort gemacht. Meine alte Gastfamilie habe ich einmal getroffen als Madam Nachtschicht hatte und es war sehr nett, nur komisch. Mein Gastbruder hat mich so vermisst, dass er zwei Tage durch geweint hat. Voll süß und mein Gastvater hat immer in mein Zimmer geschaut und war traurig, mich nicht in dem Sessel sitzen zu sehen.

Endlich habe ich nach langer Zeit einen berufsbezogenen Job gefunden. Ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben. Wie die Amerikaner mir schon gesagt haben, findet man hier in Utica einfach keinen Job und nach 60 Bewerbungen in Utica bei allem möglichen von Gastronomie, Supermärkte, Hotel, College, Firmen habe ich mich auch in anderen Staaten beworben.

Ich habe gegoogelt nach Firmen in den USA und mich dann bei verschiedenen beworben und bin fündig geworden.

Ich werde bei Bizerba anfangen. Bizerba ist ein baden-württembergisches Industrieunternehmen, die Waagen-, Schneide- und Auszeichnungstechnologien herstellen und einen Standort in Joppa, Maryland haben. Ich bin so dankbar und fröhlich, dass mir es doch noch genehmigt wurde und freue mich riesig auf eine Vollzeitstelle und das amerikanische Geschäftsleben kennenzulernen. Bin schon gespannt, wie es wird und kann es kaum abwarten, anzufangen. Endlich kommt mal Licht ins Dunkel.

Ich bin im Moment auf Gastfamiliensuche in Maryland und habe drei verschiedene Clubs angeschrieben, die mit Austausch zutun haben oder Ausländern. Aber meine Freunde meinten, aller Dinge sind drei und jetzt muss alles gut werden.

In Utica hatte ich schöne und schwierige Zeiten, aber ich finde, es hat mich stärker gemacht und ich habe für mich auch gesehen, dass ich solche Situationen meistern kann. Man muss auch mal kämpfen, damit es besser wird und man lernt aus den guten und schlechten Situationen. Ich bin dankbar für die Freundschaften, die ich in Utica geschlossen habe und dass ich zwei Gastfamilien kennenlernen durfte. Ich habe durch meinen Auszug von der 1. auch eine bessere Beziehung zu ihnen und ich werde versuchen, mit allen den Kontakt zu halten. Jetzt schaue ich in die Zukunft und hoffe, ich werde in Joppa schnell Anschluss und mich zurechtfinden. Das gute ist, ich werde nicht mehr für mein Pech bemitleidet.

Am 19.02. geht es los und ich genieße es, diese Woche mit meinen Freunden Abschiedstreffen, -parties zu haben, und hoffe sie auf halber Strecke in NYC wiederzusehen und ebenso meine beiden Gastfamilien. Hopefully happy end nach typischer Tellerwäscherkarriere.

 

 

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