Es ist nicht zu glauben, doch nun sind tatsächlich schon mehr als 3 Monate vorbei. Und teilweise kann ich das ganze immer noch nicht richtig realisieren. Klar bin ich mir bewusst, dass ich hier etwas ganz Einzigartiges erlebe, aber einige Erlebnisse versteht man erst wenige Tage später.
Das habe ich gemerkt als ich vor zwei Wochen den ersten Auftritt mit dem Chor aus der Schule hatte. Es war ein richtiges Konzert auf dem auch andere professionelle Musiker aufgetreten sind und ihr Können präsentiert haben. Als ich dann da saß und der Musik gelauscht habe, hatte ich Zeit für mich und konnte die letzten Wochen Revue passieren lassen. Da ist mir erstmal bewusst geworden was ich doch für ein Glück in diesem Jahr habe, dass ich an so einem super Program teilnehmen darf und die Kultur und die Menschen in den USA kennenlernen darf. Am Ende folgte dann aber natürlich auch noch der Auftritt mit dem Chor. Es hat wirklich einen riesen Spaß gemacht endlich nach 3 Jahren wieder auf der Bühne zu stehen und aufzutreten. Das letzte Mal habe ich dies bei meiner Abitur- Entlassfeier gemacht. Ich freue mich auch schon riesig auf die nächsten Auftritte die noch folgen werden. Denn ich werde auch im nächsten Semester wieder am Chor teilnehmen.
Am College geht es jetzt allerdings schon leider auf das Ende des Herbstsemesters zu. Das finde ich sehr schade, denn ich finde meine Kurse echt interessant und ich werde auch einiges mitnehmen. Besonders aus meinem Kommunikationskurs. Aber trotzdem freue ich mich natürlich auf das neue Semester mit neuen Kursen. Wenn ich das so machen kann wie ich möchte, da der Stundenplan ja noch von der Organisation abgesegnet werden muss, werde ich wohl 4 Kurse belegen. Zum einen Rock climbing, den wollte ich eigentlich schon im ersten Semester machen. Dann Yoga, eigentlich nur um die Lücke zu füllen und Mal was neues auszuprobieren. Der Chor darf natürlich nicht fehlen. Und als letztes noch einen Kurs zu der Geschichte und Kultur der amerikanischen Indianer in Montana. Wie gesagt muss erst noch abgesegnet werden, aber ich hoffe, dass ich das so machen kann.
In den letzten Wochen war meine Freizeit recht verplant. Zum einen habe ich mir einige Theaterstücke abgesehen. Zum anderen habe ich mich mit Freunden aus dem College verabredet. Das hat zwar bis dahin recht lange gedauert, aber man muss hier etwas mehr Zeit investieren und die Leute erst kennenlernen, bevor man sich trifft. Aber mittlerweile ist das kein Problem, da ich echt nette Menschen am College in meinen Kursen kennengelernt habe. Die Theaterstücke haben sehr variiert. Zum einen war es das Musical Tarzan, was hier in der High school aufgeführt wurde. Dann war es ein Stück am College, the Foreigner, was von einem Ausländer handelte. Und zuletzt war ich hier im Theater in Whitefish und habe mir the Liar angesehen. Es war gedichtet und daher eigentlich sehr schwer und nicht für jeden geeignet. Aber ich hatte echt viel Spaß, da sehr viele kleine Witze eingebaut waren, auf die man achten musste.
Letzte Woche war es dann auch endlich soweit. Halloween war gekommen. Die Häuser und Straßen waren ja schon seit Anfang Oktober geschmückt. Eigentlich hatte ich keine Lust dazu, denn in Deutschland ist es mehr befremdlich und hauptsächlich als Werbeaktion tätig. Natürlich machen die Geschäfte hier auch guten Verdienst damit aber der Umgang ist ein anderer. Als ich am Abend vom College nach Hause kam, war die Straße bereits gut gefüllt und ich sah haufenweise Menschen und Autos. Viele Eltern waren mit ihren Kindern auch aus den umliegenden Orten hier her gekommen um in der Columbia Avenue nach Trick or Treat zu fragen. Es war wirklich sehr lustig anzusehen wie kreativ manche mit ihren Kostümen waren. Am Ende habe ich erst noch einen Rundgang gemacht und schließlich selbst Süßigkeiten an die Kinder verteilt. Gegen halb acht am Abend hatten wir dann allerdings keine Süßigkeiten mehr und haben beschlossen Halloween zu beenden. Ich fand es sehr schade, denn ich hatte echt Spaß und würde es jederzeit wieder machen.
Nun hatte ich also Halloween erlebt und war wirklich positiv überrascht. Am nächsten Morgen aufgewacht kam dann die nächste neue Erfahrung auf mich zu. Es schneite. So früh hatte ich glaube noch nie Schnee. Am 1. November bliebt er allerdings noch gar nicht liegen. Doch dann kam der nächste Tag. Als ich am Morgen zum College fuhr war in Kalispell bereits alles weiß und auf den Straßen herrschte Chaos. In Whitefish war zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Als ich dann aber am nächsten Morgen aufwachte lag der Schnee und es sollte noch zwei Tage weiter schneien. Nun haben wir schon sehr viel Schnee für Anfang November. Die Einheimischen sind zwiegespalten. Zum einen freuen sie sich über den Schnee und dass sie nun bald wieder Ski fahren können. Aber sie sind auch beunruhigt, da noch nie so früh so viel Schnee lag. Sie haben etwas Sorge, dass noch mehr Schnee kommt als im letzten Jahr. Aber wir werden sehen. Am Montag hatten wir dann strahlenden Sonnenschein und ich habe einen langen Spaziergang gemacht. Mein Weg führte mich zum Whitefish Lake. Dort war es echt traumhaft. Ich war komplett alleine und hatte absolute Stille. Es war sogar ein wenig warm und ich genoss die Zeit dort sehr. Bei diesem Spaziergang habe ich dann auch noch einige wundervolle Bilder machen können. Aber seht selbst:
Als nächstes kommt jetzt dann auch schon Thanksgiving. Darauf bin ich wirklich gespannt, denn es ist ja etwas wirklich traditionelles. Aber davon werde ich euch dann in meinem nächsten Blog berichten.
Bis dahin
Eure Viktoria




















